Bürgerfunk-Guppen aus dem VHS-Bürgerfunk-Studio stellen sich vor:


 
amnesty international
Gruppe 1424,  Solingen
 
 
 
Für die Menschenrechte
 
Seit mehr als 35 Jahren setzt sich ai weltweit für Menschen ein, die in ihren grundlegenden Rechten unterdrückt werden. Die weit über 1,1 Millionen Mitglieder und Unterstützer der Organisation in mehr als 150 Staaten haben sich in der Überzeugung zusammengeschlossen, dass das Engagement vieler den Menschenrechten zum Durchbruch verhelfen wird. Für sie ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen Maßstab, an dem das Handeln von Regierungen zu messen ist. 
 
 
Wir erheben Einspruch
 
gegen Mißbrauch staatlicher Gewalt. Die Organisation tritt in Aktion, wenn Menschen in ihren Rechten auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung sowie auf Freiheit von Diskriminierung in schwerwiegender Weise verletzt werden oder ihr Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit mißachtet wird. Insbesondere arbeitet ai  
  • für die Freilassung gewaltloser politischer Gefangener, d.h. von Männern und Frauen, die wegen ihrer politischen, religiösen oder anderen Überzeugungen, aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft, Sprache oder ihres Geschlechts in haftiert sind und Gewalt weder angewandt noch befürwortet haben; 
  • für faire und zügige Gerichtsverfahren für alle politischen Gefangenen; 
  • gegen Folter und Todesstrafe, das "Verschwindenlassen' von Menschen und extralegale Hinrichtungen.
 
 
Wir sind unparteiisch
 
Die Wirksamkeit der Arbeit von ai beruht darauf, dass sie alle Regierungen der Welt an dem gleichen Maßstab mißt. Die Organisation kennt keine Rücksichtnahme auf ideologische Standorte, politische oder anderweitige Interessen. Wo immer Menschen Repression und Verfolgung erleiden, prangert ai dies ohne Ansehen der jeweiligen Regierung an. 
 
 
Wir sind finanziell unabhängig
 
ai finanziert ihre Arbeit durch Mitgliedsbeiträge und Spenden einzelner Menschen, nicht durch Regierungsgelder oder millionenschwere Sponsoren. Dieser eherne Grundsatz stellt sicher, dass von keiner Seite in irgendeiner Form Einfluß auf die Aktivitäten der Organisation genommen werden kann. 
 
 
Wir bringen Wahrheiten an den Tag
 
Um Menschenrechtsverletzungen auf die Spur zu kommen und die Fakten abzusichern, bedarf es oft umfangreicher Recherchen. In der Ermittlungsabteilung des Internationalen Sekretariats in London sind rund 140 ausgewiesene Fachkräfte damit beschäftiqt, Informationen über Menschenrechtsverletzungen zusammenzutragen. Hunderte abonnierter Zeitungen und Zeitschriften, Stellungnahmen von Regierungen, Berichte von Rechtsanwälten, kirchlichen Organisationen und örtlichen Bürgerrechtsgruppen, Aussagen von ehemaligen Gefangenen und Angehörigen inhaftierter Personen werden ausgewertet. 

Wichtige Informationen werden zudem durch ai-Delegationen gewonnen, welche an Ort und Stelle Untersuchungen durchführen, Prozesse beobachten, Gefangene befragen oder Gespräche mit Regierungsvertretern führen.  

Durch die Verwertung der vielen voneinander unabhängigen Quellen ist ai in der Lage, über Menschenrechtsverletzungen detailliert ind zuverlässig zu berichten. 

 
 
Wir sind ständig in Aktion für die Menschenrechte
 
ai hat im Laufe der Jahre eine Reihe vor Aktionsformen entwickelt, um Menschenrechtsverletzungen entgegenzuwirken. Die Mitglieder der Organisation setzen sich mit viel Phantasie und Ausdauer für die von ihnen betreuten Opfer politischer Verfolgung ein, schreiben Briefe an Regierungsvertreter, Richter, Gefängnisbeamte, an alle, die Verstöße gegen die Menschenrechte unterbinden können. Um die Öffentlichkeit gegen Menschenrechtsverletzungen zu mobilisieren, beteiligen sie sich an weltweiten Kampagnen zu einzelnen Themen oder Ländern und erzeugen so den notwendigen Druck auf Regierungen, Verstößen Einhalt zu gebieten. In Situationen, die eine sofortige Intervention zugunsten akut gefährdeter Menschen erfordern, bringen die Mitglieder und Freunde von ai innerhalb von 48 Stunden weltweit Tausende Appelle in Form von Briefen, Telefaxen oder Telegrammen an die zuständigen Behörden des jeweiligen Landes auf den Weg.  

Gruppen von ai versuchen, mit öffentlichen Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerten, Mahnwachen und anderen einfallsreichen Aktionen in ihren Städten Aufmerksamkeit für das Thema Menschenrechte zu erlangen. Berufsgruppen von ai setzen sich zugunsten verfolgter Kollegen und Kolleginnen in anderen Ländern ein. Darüber hinaus existieren Spezialgruppen, die die Menschenrechtssituation in einzelnen Ländern genauestens beobachten, an der Erarbeitung von Strategien zur Beendigung von Verstößen mitwirken und sich mit ihrem umfassenden länderspezifischen Wissen für die Ziele von ai engagieren.  

Einen immer größeren Raum nimmt auch die vorbeugende Arbeit gegen Menschenrechtsverletzungen ein. ai unterstützt beispielsweise auf internationaler Ebene wie den Vereinten Nationen die Verankerung von Pakten und Abkommen für einen wirksamen Menschenrechtsschutz. Ihre Mitglieder engagieren sich weltweit im Bereich der Menscherrechtserziehung, um das Bewußtsein für die unveräußerlichen Rechte des Einzelnen zu stärken. Vorbeugenden Charakter hat auch der Einsatz von ai in der Bundesrepublik zugunsten politisch verfolgter Menschen. ai setzt sich für ein sicheres Bleiberecht für politische Flüchtlinge ein, die im Falle ihrer Abschiebung Gefahr laufen, inhaftiert, gefoltert oder zum Tode verurteilt zu werden. 

 
 
Wir sind erfolgreich
 
Die Stärke und Wirksamkeit von ai liegt darin begründet, dass sie in den mehr als 30 Jahren ihres Bestehens zu einer erdumspannenden Bewegung geworden ist, die in der Öffentlichkeit gehört und von menschenrechtsverletzenden Regierungen gefürchtet wird. Die mit langem Atem geführten Kampagnen und die unzähliger Protestschreiben und Appelle an repressive Regierungen bedeuten eine stetige Mahnung an die dortigen Machthaber, dass die internationale Öffentlichkeit ihr Tun wachsam verfolgt.  

Die Methode, Menschenrechtsverletzungen ans Licht der Öffentlichkeit zu rücken, funktioniert. Immer wieder erfährt ai, dass Gefangene, für die Aktionen gestartet wurden, anschließend besser behandelt wurden, einen Arzt sehen durften oder sogar freikamen. "Nach meiner Freilassung", so ein ehemaliger gewaltloser politischer Gefangener, "bat mich der Präsident in sein Büro. 'Wie ist es möglich, dass ein Gewerkschafter wie Sie so viele Freunde auf der ganzen Welt hat?', wollte er wissen. Er zeigte mir eine riesige Kiste voller Briefe, die zu meinen Gunsten eingetroffen waren."

 
 
Wir haben einen Job für Sie!
 
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie einen Beitrag für die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen, gegen Folter und Todesstrafe leisten können:  
  • Als aktives Mitglied einer Gruppe, wo Sie sich persönlich für die Opfer politischer Verfolgung einsetzen und gemeinsam mit anderen Mitgliedern öffentliche Veranstaltungen organisieren. 
  • Als aktives Einzelmitglied unterstützen Sie die Arbeit von ai, indem Sie sich außerhalb einer Gruppe regelmäßig an einer der folgenden Aktionen beteiligen: 
    • Urgent actions (Eilaktionen) werden zugunsten akut bedrohter Menschen gestartet, d.h., Sie intervenieren durch Telegramme, Telefaxe, Briefe oder Telefonate bei den verantwortlichen Behörden eines Landes in besonders dringlichen Fällen von Menschenrechtsverletzungen. 
    • "ai-Aktion" nennt sich ein zweimonatlich erscheinender Rundbrief, der konkrete Vorschläge für Ihre Beteiligung an den aktuellen Themen- und Länderkampagnen und Aktionen von ai enthält.
    • Die Aktion "Briefe gegen das Vergessen" erscheint monatlich. Als Teilnehmer setzen Sie sich in Appellen für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein. 
  • Durch finanzielle Unterstützung in Form von Spenden oder regelmäßigen Fördererbeiträgen: Menschenrechtsarbeit kostet Geld. Menschenrechtsverletzungen müssen unter erheblichem Aufwand ermittelt und publik gemacht werden; es entstehen Kosten durch die Entsendung von Missionen und Prozeßbeobachtern, durch die Unterstützung von Gefangenen und deren Familien, durch Appellbriefporti etc. Beiträge an ai sind steuerlich absetzbar. 
(Spendenkonto 80 90 100, Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00, Kennziffer: 1424) 
 
 
 
Unsere Arbeit trägt Früchte
 
ILKER DEMIR konnte seine Tochter Sinem lange Zeit nur im Gefängnis sehen, wenn sie ihn besuchte. Der Journalist war im April 1984 verhaftet und später von einem Gericht zu 36 Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Der Grund: Angeblich soll er kommunistische Propaganda betrieben und die türkische Obrigkeit beleidigt haben. In Wirklichkeit wurde er jedoch dafür bestraft, dass er sein Recht auf freie Meinungsäußerung in friedlicher Weise wahrgenommen hatte. ai hat sich jahrelang für den von ihr betreuten gewaltlosen politischen Gefangenen eingesetzt. Im April 1991 kam der Journalist vorzeitig aus der Haft frei.  

Was kaum jemand zu hoffen wagte, ist wahr geworden: Drei Brüder, die 1973 in Marokko festgenommen worden waren und seitdem als "verschwunden" galten, sind seit dem 30. Dezember 1991 wieder in Freiheit. Ohne Anklage oder Gerichtsverfahren waren MIDHAT RENE, BAYAZID JACQUES und ALI AUGUST BOUREQUAT 18 Jahre lang völlig isoliert inhaftiert gewesen - etliche Jahre davon in dem inzwischen geschlossenen berüchtigten marokkanischen Haftlager Tazmamert. ai hatte von den marokkanischen Behörden nachdrücklich Auskunft über den Verbleib der drei Brüder und Hunderter anderer "Verschwundener" Sahrauis verlangt.  

NAHAMAN CARMONA LOPEZ war 13 Jahre alt, als er im März 1990 starb, zu Tode geprügelt von Polizeibeamten. Er ist nur eines von unzähligen anderen wehrlosen Straßenkindern in Guatemala-Stadt, die Opfer brutaler polizeilicher Übergriffe geworden sind. Was seinen Fall von den meisten anderen unterscheidet, ist, dass sich die für seinen Tod verantwortlichen Polizisten vor Gericht verantworten mußten. Dass es dazu kam, dürfte lautstarken Protesten aus dem In- und Ausland zu verdanken sein. Auch Mitglieder von ai hatten bei den guatemaltekischen Behörden angemahnt die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. 

 
 
Weltweit - amnesty international
 
Rund um den Erdball engagieren sich mehr als 1,1 Millionen Menschen für die Ziele von ai. Ob in Australien oder Tansania, Chile oder Finnland, der Ukraine oder Tunesien, überall haben sich Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen in der Erkenntnis zusammengeschlossen, dass die Währung der Menschenrechte eine internationale Aufgabe darstellt und nicht an den Landesgrenzen haltmachen darf.  

1977 erhielt ai den Friedensnobelpreis für ihren Beitrag zur "Sicherung der Grundlagen für Freiheit, für Gerechtigkeit und damit auch für den Frieden in der Welt".  

ai ist eine demokratische Bewegung. Ihre Mitglieder bestimmen die politischen Leitlinien der Organisation, indem sie über ihre Sektionen Delegierte in den Internationalen Rat, das höchste beschlußfassende Gremium von ai, entsenden. 

 
 
... in der Bundesrepublik Deutschland
 
Die ai-Sektion in der Bundesrepublik  (http://www.amnesty.de/index.html)  zählt mehr als 13.000 Mitglieder. Die meisten engagieren sich kontinuierlich und unter Einsatz eines Teils ihrer Freizeit in einer der rund 600 örtlichen ai-Gruppen. Andere leisten einen Beitrag zur Verwirklichung der Menschenrechte, indem sie sich als aktive Einzelmitglieder regelmäßig an Briefschreibeaktionen oder anderen Aktivitäten der Organisation beteiligen.  

Die finanzielle Basis für die Arbeit der deutschen Sektion schaffen rund 14.000 regelmäßige Förderer und etwa 42.000 Spender. 

 
 
... und natürlich in Solingen
 
In Solingen arbeiten ca. 10 sympathische Mitglieder unterschiedlicher Nationalität, Religiosität, politischer Weltanschauung, Altersstufen und Interessen gemeinsam für die weltweite Anerkennung und Durchsetzung der Menschenrechte. Sie könnten zu uns gehören und mit uns gemeinsam Erfolge im Kampf für die Menschenrechte erleben.
 
Die Solinger ai-Gruppe informiert auch im Bürgerfunk über ihre Arbeit.
Über das Internet können Sie hier eine unserer Bürgerfunk-Sendungen im RealAudio-Format hören oder auf Ihren Rechner laden.

 
Kontakt: Helmut.Eckermann@t-online.de
<<Zurück